Interview mit Linne van Sythen

Hallo meine Lieben,

zuerst einmal ein herzliches Willkommen auf meinem Blog.

 

Dieses Mal hatte ich die Ehre “Linne van Sythen” zu interviewen. Ihr kennt sie bestimmt schon von dem Buch, welches ich euch vorstellen: “Wenn du mich endlich liebst” oder von unserer Blogtour “Online-Liebe/Online-Dating”.

 

Ich habe ihr ein paar Fragen gestellt und sehr interessante Antworten bekommen. Seid ihr neugierig geworden? Dann lest selbst:

  1. Seit wann schreiben Sie und wann haben Sie den Entschluss gefasst Autorin zu werden?

Mit dem belletristischen Schreiben begann ich 1993, um in Romanform eine gescheiterte Liebe zu verarbeiten. Veröffentlicht wurde meine Herz-Schmerz- Geschichte leider nie. Zu wenig wusste ich damals noch über das Handwerk des Schreibens.

Dieser Roman mit dem schönen Titel „Herzragout“ war mein Anstoß, endlich professionell schreiben zu lernen, letztendlich auch mein Plan, mich als Autorin zu entwickeln. Coaching und Kurse brachten mich weiter, machten Spaß. Ich lernte viele nette Autorinnen und Autoren kennen und blieb am Ball.

  1. Welche Bücher haben Sie als Kind gelesen?

Unendlich viele. Der Roman „Die Kinderzeche“ hat mich besonders begeistert.

Immer im Juli findet in zauberhafter Kulisse das berühmte Festspiel „Die Kinderzeche“ in Dinkelsbühl statt, in dem die Rettung der Stadt von 1632 nachgespielt wird. Damals, als Dinkelsbühl von schwedischen Truppen belagert wurde, konnte die Türmerstochter Lore mit Hilfe vieler Kinder den Feldherrn dazu bewegen, die Stadt zu verschonen und nicht zu zerstören. Zur Kinderzeche gab es in meiner Jugend ein tolles und sehr spannendes Buch, das von allem erzählte. Ich habe mich jedenfalls damals als Kind in Lore, die Retterin der Stadt hineingeträumt und fühlte mich so großartig wie nie bisher.  Als Mädchen gegen die Männertruppen!!! (Na, ein reichliches bisschen ist bis heute geblieben!)

  1. Gibt es ein Buch, welches Sie besonders beeindruckt hat und welches man unbedingt gelesen haben sollte?

Na ja, ein Liebesroman ist es nicht. Aber als politisch bewegte Frau empfehle ich:

Antonio Tabucchi „Erklärt Pereira“ (Fischer Taschenbuch Verlag, 8,00 €, ISBN-10: 3423124245)

Lissabon, August 1938. Der einsame ältere Kulturredakteur Pereira will die politischen Verhältnisse in Portugal nicht wahrhaben und übersetzt lieber französische Romane aus dem 19. Jahrhundert. Als er einen Mitarbeiter sucht, der Nachrufe für bekannte Persönlichkeiten schreiben soll, gerät er an einen Widerstandskämpfer und wird durch dessen Vorbild an die Ideale erinnert, die er selbst als Jugendlicher vertrat. Allmählich begreift Pereira, dass er Stellung beziehen muss …

  1. Haben Sie einen Lieblingsautor/ein Lieblingsbuch oder sogar ein Vorbild?

Martin Suter, geboren 1948 in Zürich. Seine Romane – zuletzt erschien ›Elefant‹ – und ›Business Class‹-Geschichten sowie seine ›Allmen‹- Krimiserie sind auch international große Erfolge.

Besonders gut gefallen hat mir sein Roman: Lila, Lila.

David liebt Marie. Aber Marie interessiert sich nicht groß für den Kellner, der da unbeholfen um sie herumschleicht. Dann macht David einen Fund. In der Schublade eines alten Nachttischs entdeckt er das Manuskript eines Romans. Es handelt von einer Liebe, so tief und rein, wie sie kaum mehr erfunden werden kann. Marie, die David für den Autor hält, ist hingerissen und bietet das Manuskript ohne sein Wissen einem Verlag an. ‘Lila, Lila’ wird zu einem Bestseller– und Marie Davids Geliebte. Gern hätte er ihr gestanden, dass er nicht der Autor ist, aber fürchtet, dann wird die Beziehung in die Brüche gehen. Der Schneeball seiner kleinen Lüge wird groß und größer, bis es zur Katastrophe kommt.

  1. Woher nehmen Sie Ihre Inspirationen?

Meist, wenn ich interessante Menschen mit brüchigen Biographien kennenlerne. So entsteht eine Idee für eine Romanfigur, für die mich dann eine Geschichte „anfällt“. Im Kontext meiner Arbeit lernte ich z. B. eine Transsexelle kennen und die Frage „Was ist heute eine Frau, was ist ein Mann?“ ließ mich nicht mehr los. Die Protagonistin meines Psycho-Krimis „Zucker auf der Fensterbank“(Neues Literaturkontor, Münster) wurde also eine Frau, die ihr erstes Leben als Mann gelebt hat.

Aber es kann auch anders sein. Ich wünschte mir schon immer, viel mehr Zeit für meine abendliche Schreibsession neben dem Job zu haben, um meine phantasievolle Seite ausleben zu können. So dachte ich mir eines Tages, wie schön es doch wäre, eine Zwillingsschwester zu haben, die ich an meinen Arbeitsplatz schicken könnte, um den ganzen Tag Zu Hause tolle Geschichten erfinden zu können. So entstand die Idee zu meinem Roman „ Wenn zwei es wagen. (K)ein Liebesroman“ (Ullstein Forever), in dem sich zwei Zwillingsschwestern in einer Druckerei heimlich einen Ganztagsjob teilen. All die Turbulenzen allerdings, die meine Schwestern bei ihrem gewagten Jobsharing erleben und durchleiden – ständige Angst vorm Auffliegen, Liebeskummer, gegenseitiges Misstrauen und letztlich eine Erpressung – würden mich aber selbst den letzten Nerv kosten.

  1. Gibt es einen oder mehrere Protagonisten welche Ihnen besonders am Herzen liegen und wenn ja, warum?

Mich langweilt es absolut über „gute“ Helden und „böse“ Gegenspieler zu schreiben. Mich fasziniert es, Charaktere zu entfalten, die beide Seiten haben, eben „gut/sympathisch“ und „böse/unsympathisch“. Woher soll denn sonst Konflikt/Auseinandersetzung entstehen, der Romane fesselnd und spannend macht?

In meinem aktuellen Roman „Wenn du mich endlich liebst“ verfolgen beide Hauptfiguren besessen und auch skrupellos ein für sie wichtiges Lebensziel und verletzen sich gegenseitig und auch andere.

Bardo ist ein kleiner Mann ohne Glück in der Liebe. Der geniale Werbetexter und Opernliebhaber, fern jeglicher Eigenschaften, die einen Frauenheld oder Herzensbrecher ausmachen, will endlich seine geliebte Anna als Lebenspartnerin gewinnen. Dabei verheddert er sich – liebevoll und besessen – in seine gewagten Strategien, bis hin zum Stalking.

Anna, eine attraktive und selbstbewusste Frau, gibt ihrem Ex Pit Schuld am Tod des gemeinsamen Sohnes. Verbissen setzt sie alles daran, Pit und ihrer Tochter Mo, die nach ihrer Trennung von Pit geboren wird, zu verschweigen, dass sie Vater und Tochter sind. In Bardo findet sie nach der Trennung von Pit einen hilfreichen Freund und sensiblen Tröster. Aber sie liebt ihn nicht und weist ihn zurück.

 

Beide entwickeln sich im Miteinander und müssen sich letztlich mit ihren Fehlern und Irrwegen auseinandersetzen. Bardo muss bitter begreifen, wie wenig sich Liebe erzwingen lässt. Anna erkennt immer mehr, was sie ihrer Tochter und deren Vater angetan hat, ja, wie sehr sie Familienbande verhindert hat, Ob es für Bardo und Anna doch noch gegenseitige Liebe geben wird, verrate ich hier natürlich nicht.

  1. Was unternehmen Sie gegen Schreibblockaden?

All meine Schreibideen und Hänger beim Schreiben diskutiere ich mit meiner Muse, meiner Bernhardinerhündin Paula, auf langen Spaziergängen. Immer wieder freue ich mich über ihre gewitzten Kommentare. Deshalb gibt es in ihren Romanen auch immer wieder einen Hund als Nebenfigur, der als kluge und sehr spritzige Nebenfigur agiert und eine der Hauptfiguren berät. In meinem aktuellen Roman „Wenn du mich endlich liebst“, bekommt der Protagonist immer wieder „Lack“ von seiner Riesendogge Tosca.

Tja, als Autorin bin ich total auf den Hund gekommen!

  1. Was erwarten Sie von Ihren Lesern?

Ich hoffe natürlich, dass meinen Leser/-innen meine Romane gefallen. Auch wenn nicht, würde ich mich über Kommentare auf meiner Facebookseite freuen.

https://www.facebook.com/LinnevanSythen/

Leser/-innen sind ja auch Buchblogger.

Ich kann gut damit leben, wenn Bogger/-innen mein Buch nicht gefällt und sie begründet wenige Sterne vergeben.

Aber ganz furchtbar finde ich es, wenn der Rezension jegliche Qualität fehlt und die Mindeststandards dafür nicht eingehalten werden.

  • Keine Infos zum Inhalt und Thema des Romans
  • Nichts zu den Herausforderungen und Konflikten der Hauptfiguren
  • Allgemeine Behauptungen und Äußerungen, die Leser/innen, die das Buch nicht kennen, nicht nachvollziehen können,
  • viel zu wenig Betonung darauf, dass es der persönliche Eindruck ist
  • Keine/kaum Begründungen zu den Einschätzungen

 

Ich freue mich über jede gut begründete Rezension, auch wenn sie nicht so positiv ausfällt wie ich es erhoffe. Daraus gibt es für mich immer was für zukünftige Schreibprojekte zu lernen.

Vielen Dank für das spannende Interview. Es hat mich sehr gefreut 😉

 

~LG Marion

 

Veröffentlicht von marion

"Ein Leben ohne Bücher ist wie eine Kindheit ohne Märchen, ist wie eine Jugend ohne Liebe, ist wie ein Alter ohne Frieden" Carl Peter Fröhling

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